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Wochenendaktivitäten :D

Nachdem wir uns also in unserer WG eingelebt und auch die ersten Macken und Marotten der Mitbewohner kennengelernt haben (Highlight ist ein Australier, der den ganzen Tag Whiskey-Cola trinkt, deswegen schon erhebliche Verluste an Backenzähnen erleiden musste, aber trotzdem nicht ans Aufhören denkt), nutzten wir die übrig bleibende um die Wochenenden mit Freizeitaktivitäten und Ausflügen vollzustopfen.

Freitag stand ein Rugby Spiel auf dem Programm! Es sollte in den Eden-Park gehen, dem größten Stadion Neuseelands und ein Spiel der Blues (Auckland) gegen die Crusaders (Christchurch) war angesetzt. Eines der größten Derbys im Super Rugby! Super Rugby ist sowas wie die Champions League im Fußball, bei der die besten Teams aus Neuseeland, Australien und Südafrika um den Titel kämpfen. Claudia wurden die Regeln in ihrer Sprachschule erklärt und ich guckte mal das Internet durch. Halbwegs vorbereitet ging es also zum Spiel. Das Stadion war gut gefüllt und das Spiel spannend: Auckland konnte nach frühem Rückstand doch noch gewinnen und bei jedem Punkt von der Heimmannschaft, wurden Feuerfontänen, wie bei einem Rammsteinkonzert, gezündet. Vor dem Spiel erhielten wir, Claudias „Mitschüler“ waren auch von der Partie, gratis Fahnen die fleißig geschwungen werden sollten. Auch wenn es ein Derby war, konnte man die Stimmung jedoch nie mit der in einem deutschen Fußballstadion vergleichen. Schade eigentlich, denn das Spiel war spannend und auch trotz mangelhafter Regelkenntnisse unterhaltsam! Einziger Anfall spontaner Publikumsbeteiligung waren Versuche von lokalen Teenagern, die Masse durch La Ola Wellen in Bewegung zu bringen, sie scheiterten größtenteils kläglich und so wurde das allgemeine Schweigen, nur durch aaaahs und ooohss und gelegentlichem Beifallklatschen unterbrochen. Die Neuseeländer sind vielleicht einfach zu nett um Gegner in Grund und Boden zu schreien Das erklärt vielleicht auch warum die Schiedsrichter in einer Mischung aus rosa und pink aufliefen und nicht Opfer hämischer Gesänge worden. Aber naja, es war trotzdem ganz lustig und da wir unsere Ausweise mithatten, konnten wir auch im Stadion ein Bierchen trinken. Müde ging es ins Bett, da am nächsten Tag das nächste Highlight auf dem Plan stand!

Am Samstag sollte es uns nämlich nach Waiheke Island verschlagen, einer 91km² großen Insel, die vor Auckland gemütlich im Meer liegt. Erreichen kann man die Insel in 40 Minuten mit einer halbstündlich abfahrenden Fähre. Die Organisation vom Ausflug, haben Claudia und ich in die Hand genommen, man hat ja nicht umsonst Tourismus studiert, und dank Claudias Überredungskünste, konnten auch noch drei andere Sprachschüler überzeugt werden, mit auf die Insel zu kommen. Wir buchten ein Komplettpaket, bestehend aus Fähre, Busrundfahrt und kostenlosen Linienbusfahrten auf der Insel.

Um 10.00 fuhren wir, inklusive Alissa aus Deutschland, Romain aus Belgien und Dabin aus Südkorea, vom richtigen Anleger mit unserer Fähre ab. Leider waren wir zu spät um uns gute Plätze auf dem Oberdeck sichern zu können, sodass wir permanent von guten alten Schiffsmotorenabgasen eingequalmt worden sind. Die Aussicht auf Auckland, das immer weiter in die Ferne rückte, entschädigte aber die riskierte Rauchvergiftung allemal! Die ausschließlich für Fußgänger gedachte Fähre legte an und wir warteten auf den Bus, der uns über die Insel kutschieren sollte. wir liefen ein wenig orientierungslos durch die Gegend und auch als der letzte Bus von den Haltestellen abgefahren ist, wussten wir, dass wir entweder zu blöd waren, den richtigen Bus zu finden oder wir vergessen worden sind. Genau in dem Moment kam auch schon eine Mitarbeiterin vom Fähr- bzw. Busunternehmen heraus und erklärte uns, inkl. der mittlerweile ziemlich große Gruppe von anderen Touristen, die die selbe Tour gebucht hatten, dass zur Zeit kein Bus vorhanden sei und sie an einer Lösung arbeiten würden. Entschuldigend ging sie wieder zurück und ließ uns draußen stehen. Da wir nun alle ein bisschen verloren in der Gegend herumstanden, kamen wir mit einem weiteren Belgier ins Gespräch. Er hieß Ruben und entschloss sich, da er alleine unterwegs war, sich uns anzuschließen, ungefragt. Nach 15 Minuten war die Wartezeit vorbei und wir erhielten als kleine Entschädigung einen 5 Dollar Verzehrgutschein für die Fährrückfahrt. Man stellt sich dieselbe Szene mal in Spanien vor: Reisegruppe steht verloren am Hafen, Bus nicht da, Mitarbeiter wird gefragt, sagt dass er keine Ahnung hat und warum man ihn überhaupt fragt, nach 2 Stunden in der spanischen Sonne kommt tatsächlich ein klappernder Bus, keine Entschuldigung, nur die Erklärung dass ein Onkel vom Cousin des Besitzers morgens einen Bus brauchte, man geht genervt auf die Reise.

Nicht so in Neuseeland, denn der Bus war klimatisiert und der Busfahrer entschuldigte sich auch nochmal tausendfach. Er zeigte uns auf der 90-minütigen Busfahrt Waiheke Island. Es ging auf und ab, von einem Aussichtspunkt zum nächsten, an schönen Stränden vorbei, dicht gefolgt von Weinbergen und kleinen Dörfern, die sich ihren ursprünglichen Charme erhalten haben. Nicht zu glauben, dass nur 20km entfernt die Großstadt Auckland liegt! Waiheke Island war früher ein wichtiger Ort der Maori und diente danach als Rückzugort für Aussteiger, Künstler und Winzer. Nach und nach hat jedoch auch die Oberschicht die Insel für sich entdeckt und jeder, der es sich leisten kann, kauft sich nun ein Ferienhaus, dass er außerhalb der Ferien an Leute die auf Waiheke wohnen wollen vermietet, um zur Ferienzeit selber darin wohnen zu können. In dieser Zeit, vor allem Weihnachten, ziehen also Aucklander auf die Insel und die Einheimischen suchen sich woanders eine Bleibe.

Die Busrundfahrt war zu Ende und der Fahrer ließ uns im Hauptort aussteigen und nach dem völlig verdienten Mittagessen, legten wir uns erstmal an den Strand bzw. gingen schwimmen und beschlossen dort zu bleiben. So verbrachten wir den Rest vom Tag am Strand, inklusive Sonnenstich einer unserer Mitreisenden aufgrund von einer spontanen Runde Touch-Rugby in der Sonne. Das ist eine Rugby Version ohne umschmeißen. Wir gingen abends zurück zur Busstation, aßen noch ein Eis und fuhren mit der Fähre wieder zurück ins lebendige Auckland! Zur Lachnummer der Rückfahrt wurden die beiden Belgier, die sich entschlossen haben noch eine kleine Wanderung zu unternehmen, jedoch die Zeit aus den Augen verloren hatten und die letzten Kilometer im Dauersprint zurücklegen mussten um die Fähre noch zu erreichen.

In der nächsten Woche sollte es an die schöne Bay of Islands gehen, hierzu dann demnächst mehr!

23.3.14 09:09, kommentieren

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Sprachschulen-Abenteuer

Nachdem ihr lange darauf warten musstet, kommt nun endlich mein erster Blogeintrag über meine Sprachschule und alles was damit zusammenhängt.

Am Sonntagabend bevor die Sprachschule angefangen hat, hatte ich nicht die leiseste Ahnung was mich am nächsten Tag erwartet, ich wusste nur, dass ich um 9.00Uhr da sein muss und die Adresse. Die Sprachschule befindet sich in der Innenstadt, eine knappe Stunde Busfahrt von unserem zu Hause entfernt, wie wir entsetzt ein paar Tage vorher bei der Probefahrt festgestellt hatten.

Nach einer doch gar nicht so schlimmen Busfahrt, kam ich um 8:45 Uhr an der Sprachschule an und ging zur Rezeption, um zu fragen wo ich hin muss. Dabei stellte ich fest, dass sich zwei Sprachschulen in dem Gebäude befinden und war erstmal verwirrt. Die richtige Ansprechpartnerin war jedoch schnell zur Stelle und total freundlich. Sie drückte mir einen Ordner mit meinem Namen in die Hand und erklärte mir, dass als erstes ein Sprachtest auf der Tagesordnung steht, um mich in die richtigen Kurse einordnen zu können. Der Test bestand aus Grammatik, Hörverständnis und einem mündlichen Interview. Nach der Tortur wurde ich nach oben in den Aufenthaltsraum geschickt, wo ich und einige weitere verloren guckende Gesichter darauf warteten, dass es weiter geht. Um 10 Uhr begann eine fast 2-stündige Infoveranstaltung, in der wir sehr viel über Neuseeland allgemein, die Regeln der Sprachschule und die angebotenen außerschulischen Aktivitäten erfuhren und erste Kontakte knüpfen konnten. Erstaunt stellte ich fest, dass nur eine Deutsche unter den Neuankömmlingen war und fast die Hälfte aus Japan stammt.

Die Sprachschule ist recht gut organisiert: jeder Schüler hat einen Ansprechpartner, der seine Muttersprache beherrscht, was vor allem für die Englischanfänger super ist. Jeden Tag gibt es Aktivitäten wie z.B. Fußball, Touch Rugby oder die legendäre Pub Night, die nach dem Unterricht stattfinden und die man gratis mitmachen kann. Der Unterricht  gliedert sich in zwei voneinander unabhängige Teile: morgens wird mehr Grammatik gemacht und nachmittags mehr gesprochen. So kann besser auf die jeweiligen Bedürfnisse der Schüler eingegangen werden.

Die Mittagspause habe ich mit Alissa aus Deutschland und Romain aus Belgien verbracht. Sie waren mir auf Anhieb sympathisch und zum Glück auch im gleichen Nachmittagskurs wie ich. Die Lehrer hier sind alle übrigens sehr motiviert und lustig und der Unterricht macht auch Spaß, was meinen guten Eindruck von der Sprachschule noch verstärkte, kein Vergleich zu einer langweiligen Wirtschaftsrecht Vorlesung.

Nach einer 30-minütigen Haltestellensuche (da sich herausstellte, dass sich die Rückfahrhaltestelle nicht gegenüber der Haltestelle befand wo ich morgens ausgestiegen bin) und einer  Stunde Busfahrt, kam ich total erschöpft und mit sehr vielen neuen Eindrücken gegen halb 6 zu Hause an und musste Mario alles berichten.

Am nächsten Tag gab es wieder viel Neues zu entdecken, da ich das erste Mal in den Morgenunterricht ging, wo ich bis dahin niemanden kannte. Aber auch hier fand man schnell Anschluss. Außerdem erfuhr ich, dass die Sprachschule bereits einen passenden Praktikumsplatz für mich gefunden hat und ich am nächsten Tag die Details bekomme, was mich freute und überraschte, da es so schnell ging.

Der folgende Tag war Mittwoch, d.h. die erste Pubnight stand an! Doch vorher natürlich wieder Unterricht von 9 - 15:30 Uhr. Zwischendurch erfuhr ich, dass ich am nächsten Dienstag ein Vorstellungsgespräch bei „Kiwiana Tours“, einem neuseeländischen Reiseveranstalter haben werde, der Busreisen in ganz Neuseeland anbietet und diese auch selbst durchführt. Ganz aufgeregt und zufrieden ging es dann zur Pubnight, die zu unserem erstaunen schon um 17 Uhr begann. Wir trafen uns zusammen mit einem Lehrer vor der Schule und dann ging es zum Pub, da wir ja nicht wussten wo der sein soll und wie wir später erfuhren, jede Woche wechselt. Mario war auch dabei, obwohl er nicht an der Sprachschule ist, aber man kann ja keinem verbieten in einen Pub zu gehen. Die Preise waren erstaunlich günstig und es gab sogar Pizza für 5$ (ca.3&euro. Die Neuseeländer achten sehr darauf, dass keiner unter 18 ist, deshalb wird man immer aufgefordert seinen Pass vorzuzeigen, da sie deutsche Personalauswesie und Führerscheine auch nicht anerkennen… Der Abend verlief lustig und war ein Mix aus gestottertem Englisch, Japanisch, Portugiesisch und Spanisch. Wir haben es auch nicht übertrieben, da ich am nächsten Tag wieder früh raus musste

Die nächsten Tage verliefen alle ähnlich und vom Wochenende erzählen wir euch im nächsten Beitrag. Springen wir zunächst zum Dienstag, an dem ich mein Vorstellungsgespräch hatte: ganz aufgeregt hab ich mich am Vortag auf ein richtiges Vorstellungsgespräch vorbereitet, mir Gedanken über meine Stärken und Schwächen gemacht und mir schöne Vokabeln raus gesucht. Doch all die Mühe war umsonst, da Neuseeländer ein anderes Verständnis von Vorstellungsgesprächen haben. Ich hab mich in Schale geschmissen und war 5 Minuten zu früh vor Ort und dachte mir ich gehe schon mal rein. Die Chefin war aber noch dabei etwas für mich auszudrucken und nicht Multitasking fähig, also schwiegen wir uns erstmal an bis sie ihre Arbeit erledigt hatte. Als sie sich mir endlich zuwand war sie total freundlich und locker und wir fingen an über alles Mögliche zu plaudern, wie das Wetter und dass ihr Sohn eine Polin geheiratet hätte und jetzt in Krakau wohnt, weshalb sie meine Bewerbung gleich toll fand als sie sah, dass ich Polnisch spreche. Während ich darauf wartete, dass sie mir eine der typischen Vorstellungsgesprächfragen stellt, schob sie mir ein Überlebenshandbuch für Praktikanten hin und eine Liste mit meinen späteren Aufgaben im Unternehmen. Sie schien sich schon entschieden zu haben, dass ich ins Unternehmen passe und wir gingen meine Aufgaben durch zu denen Büroarbeit, Marketing an Sprachschulen und ein zweiwöchiger Trip auf die Südinsel gehören, in denen ich unter anderem lernen soll die Touren zu führen. Am Ende des Gesprächs hat sie sogar gleich den Praktikumsverstrag für die Uni und meinen Bafög-Antrag unterschrieben, wuuuuhuuuu das Praktikum war mir sicher!

Fortsetzung folgt…

15.3.14 06:27, kommentieren