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Südinsel Abenteuer

Moin Moin!

Lange musstet ihr auf den nächsten Blog-Eintrag warten, aber hier ist er! Und das lange Warten hatte einen guten Grund: Claudia und ich haben einen 2-wöchigen Ausflug auf der Südinsel Neuseelands absolviert, und das Beste an der Sache: Fahrtkosten und Unterkunft etc. haben uns keinen Cent gekostet, da wir als Teil der Reiseleitung von Claudias Praktikumsfirma unterwegs waren. Unsere „Arbeit“ bestand darin, auf unsere Schülergruppe aufzupassen und täglich Frühstück usw. für rund 30 hungrige Mäuler vorzubereiten, also nichts Schlimmes, aber von Anfang an:

Die Fahrt begann am Dienstag nach Ostern und um den Abholpunkt zu erreichen mussten wir erst einmal von unserem Stadtteil, in den Norden der Stadt gelangen. Nachdem wir die erste Hürde pünktlich erledigt hatten, stiegen wir auch schon ein, in einen 24 Sitze umfassenden Bus, der noch einen Hänger für das Gepäck mit sich zog. Ich will mich hier nicht lange mit Kleinigkeiten wie der Größe einzelner Gepäckstücke im Verhältnis zum Volumens des Hängers befassen also sage ich einfach: Los geht’s! South Island wir kommen!

Doch der Weg auf die Südinsel ist lang, von Auckland bis nach Wellington braucht man 9 Stunden, also wurde eine Übernachtung im Tongariro National Park eingelegt. Auf dem Weg dorthin konnten wir die berühmten Waitomo Glühwürmchen-Höhlen besichtigen, die wie der Name schon sagt, ein großes Höhlensystem mit darin lebenden Glühwürmchen ist (Bei solchen Ausflügen innerhalb der Reise übernahmen dann Claudia und ich die Aufpasser-Rolle, für alle Beteiligten super: die Fahrer konnten sich ausruhen und wir erhielten als Reiseleiter freien Eintritt )

Der Tongariro National Park (gewöhnt euch an die vielen Maori-Vokabeln ) ist übrigens Heimat der Kulisse des „Schicksalsberges“ den allen Herr der Ringe Freunden natürlich ein Begriff ist. Ohne irgendetwas in das Feuer dort oben geschmissen zu haben, fuhren wir am nächsten Tag, früh um 6 weiter nach Wellington um die Fähre auf die Südinsel zu erwischen. Die Fährüberfahrt dauert ungefähr drei Stunden und verwöhnt Touristen mit grandioser Aussicht auf die Buchten und Meeresarme der beiden Inseln, natürlich nur bei gutem Wetter.

Weiter, es war schon später am Abend, ging es dann zur ersten Übernachtung auf der Südinsel, Nelson. Das sonnigste Städtchen Neuseelands, nach Anzahl der Sonnenstunden, strahlt nicht nur deswegen, sondern auch, weil dort Ernest Rutherford geboren ist, der erste Mensch dem die künstliche Spaltung eines Atoms gelang! Wir gingen erschöpft ins Bett, denn am nächsten Tag sollte der erste „richtige“ Urlaubstag, mit mehr Erleben als im Bus sitzen, auf dem Programm stehen

Und so fuhren wir von Nelson immer der Westküste der Südinsel entlang nach Süden und unser erster Stopp war am Buller River, der eine Schlucht in sein Tal geformt hat. Die Neuseeländer haben eine Hängebrücke über den Fluss gespannt und für den Rückweg eine lustige Seilrutsche installiert. Eine Plage der Südinsel haben wir dann auch direkt am 2. Tag auf dieser kennengelernt: die Sandflies (Sandfliegen). Die kleinen Stechmücken verursachen heftig juckende Stiche die auch nach drei Wochen noch auf der Haut zu sehen sind. Einige Jungs hatten trotz Warnung kurze Hosen angezogen und die schmerzhafte Quittung dafür bekommen. Weiter ging es zum Übernachtungsort Westport einer weiteren kleinen Stadt an der Westküste.

Am nächsten Tag, dem einzigen wo es geregnet hat auf dieser Reise, besichtigten wir die Pancake Rocks. Dies sind Felsen die über Millionen Jahre auf Grund von Erosion, nun so aussehen wie übereinander gestapelte Pfannkuchen bzw Eierkuchen, je nachdem woher ihr kommt. Von dort aus fuhren wir weiter nach Hokitika, einer Stadt die wahrscheinlich nur noch existiert, weil regelmäßig dort Busse anhalten. Wir besuchten dort das Kiwi House, ein Haus das neben dem Kiwi, auch viele andere Tiere Neuseelands beherbergt. Wir haben dem Nationalvogel Neuseelands beim Essen zugeguckt und sind danach auch schon weiter nach Franz Josef Glacier gereist, der namensgebenden Siedlung für den nahe liegenden Gletscher. Unser Eindruck, dass die Südinsel nur sehr spärlich besiedelt ist, wurde hier nur bekräftigt. Eine Straße, ein paar Häuser, Touristenläden und einige Motels. Mehr nicht. Wir übernachteten dort und wurden mitten in der Nacht, vom örtlichen Feueralarm aus dem Schlaf gerissen, da die freiwillige Feuerwehr direkt nebenan lag, hörte sich der Alarm eher wie der Feueralarm des Motels an und überall im Flur waren verwirrte Hotelgäste anzutreffen. Der Alarm ging aus und alle gingen noch verwirrter wieder ins Bett.

Weiter ging es am nächsten Morgen, ihr merkt schon ein straffes Programm was wir da abgespult haben, zum Lake Matheson. Bei herrlichem Sonnenschein genossen wir die Aussicht auf die neuseeländischen-Alpen und Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands (3724m) Bei dem Rundgang um den See boten sich perfekte Fotogelegenheiten, da das Wasser so ruhig war, dass sich die vom ersten Schnee bedeckten Berge im Wasser spiegelten. Vom See war es auch nicht weit bis zum Fox Glacier, einem Gletscher der über einen kurzen Wanderweg zu erreichen ist. Also rauf zum Gletscher, Fotos gemacht, wieder runter und rein in den Bus, da wir es bis um vier über einen Bergpass geschafft haben müssen, um uns einen 13-stündigen Umweg zu ersparen. Wir schafften es rechtzeitig und auf der anderen Seite der Berge eröffnete sich uns das andere Bild der Südinsel: baumlose Hügel, die wegen der Viehwirtschaft gerodet worden sind und malerische große Seen. Übernachtungsort war Wanaka, das mit der Puzzle World einen Erlebnispark mit Illusionen und Täuschungen beherbergt. Besonderes Highlight war das Labyrinth in dem man versuchten musste, die vier Ecken in einer bestimmten Reihenfolge zu finden. Claudia gab nach drei Ecken auf und ich schaffte es auch nur, weil ein Kindergartenkind den richtigen Weg zeigte, peinlich peinlich. Zielort für heute war Queenstown, die Freizeit und Abenteuer Hauptstadt Neuseelands, von Bungy Jumping bis Fallschirmspringen ist alles möglich! Auf dem Weg legten wir einen Halt in Arrowtown ein, eine Stadt die während des Goldrauschs errichtet wurde. Man kommt sich ein bisschen vor wie im wilden Westen der USA, wären da nicht die bunt gefärbten Bäume gewesen, die im neuseeländischen Herbst, Oktoberstimmung aufkommen ließen! Die nächsten drei Nächte wurden in Queenstown verbracht und am nächsten Tag sollte es früh morgens auf eine Fahrt zum Milford Sound gehen, dem berühmten Fjord, der auch als Kulisse der Herr der Ringe Filme diente.

Die insgesamt 10-stündige Hin- und Rückfahrt hat sich bezahlt gemacht. Bei wieder einmal großartigem Wetter, fuhren wir mit einem Schiff über den Fjord, sahen Seehunde, Wasserfälle in allen Größen und gigantische Berge die sich aus dem Fjord auftaten. Einfach grandios!

Am nächsten Tag in Queenstown, haben wir uns für Wildwasser-Rafting entschieden. Schon allein die Fahrt zum Fluss war beeindruckend, denn es ging mit einem alten Bus über Schottersraßen, immer Berghänge entlang. Dank unserer vorher ausgeliehenen Neoprenanzüge, wurde es nicht zu kalt und auch das Preis-Leistungsverhältnis stimmte, da wir insgesamt 4 Stunden beschäftigt waren. Am selben Morgen sind wir mit einer Seilbahn auf den Hausberg von Queenstown gefahren und haben dort die Aussicht und die Sommerrodelbahn genossen. Man fährt dort mit kleinen Schlitten nicht auf Schienen, sondern auf Asphalt bergab und muss selber lenken und bremsen. Am letzten Abend in Queenstown genossen wir noch einen Fergburger, den berühmtesten Burger Neuseelands und er wird seinem Ruf wirklich gerecht! Ich hatte einen Wildburger, für den das Reh absolut nicht umsonst gestorben ist! Danach ging es noch in eine Eis-Bar in der es sich fast wie in Deutschland anfühlte. Bei minus fünf Grad trank man leckere Cocktails aus Gläsern aus Eis. Alkohol war nicht erlaubt, da wir ja mit einer Schülergruppe unterwegs waren. Lecker war es trotzdem und es war ein würdiger Abschied aus Queenstown.

Unser nächstes Ziel war Lake Tekapo, der Ort in Neuseeland mit dem klarsten Nachthimmel und so konnten wir, nachdem wir am Tag Mount Cook von der anderen Seite gesehen haben, am Abend nach unserem leckeren Grillessen, die Sterne und die Milchstraße bewundern. 90% unserer Schüler hatte das jedoch vergessen und waren einfach Schlafen gegangen.

Von dort ging es am nächsten Tag weiter nach Christchurch, die größte Stadt der Südinsel, deren Stadtzentrum 2011 von einem furchtbaren Erdbeben völlig zerstört worden ist. Man sah die Verwüstung auch drei Jahre später immer noch. Die Haupteinkaufsstraße ist jetzt eine Container-Siedlung und viele Häuser warten noch darauf abgerissen zu werden. Wenn man durch die Schaufenster guckt, kann man sogar noch die Zeitungen vom Tag des Erdbebens am Boden liegen sehen. Auf dem Weg nach Christchurch legten wir einen kurzen Stopp an einer Keksfabrik ein! Alle deckten sich mit leckeren Keksen ein, die in Neuseeland von einem roten Krümelmonster, mit einem Bauchnabel in regenbogenfarben beworben werden. Nächster Halt war das Antarktiszentrum in Christchurch, wo man kleine niedliche Pinguine besichtigen konnte und alles über die Antarktis erfährt. Der Grund, dass gerade dort so ein Zentrum ist, ist der, dass von dort 70% aller Antarktis-Expeditionen starten. So weit bis zum Südpol ist es ja auch nicht mehr. Tagesziel war Kaikoura, eine Stadt nördlich von Christchurch an der rauen Ostküste.

Nach der Nacht in Kaikoura begrüßte uns der Morgen mit einem in allen orangetönen strahlenden Sonnenaufgang. Wir brachen auf, um uns die dort lebenden Seehunde anzugucken, die aus der Ferne betrachtet friedlich und freundlich aussehen. Kommt man ihnen zu nah erfährt man aber, welche Kräfte in ihnen schlummern und nachdem Claudia auch angebrüllt worden ist von so einem Vieh, hielten wir lieber alle den Sicherheitsabstand ein. Von den Erwachsenen Seehunden ging es dann weiter zum Seehundkindergarten! Hier spielten hunderte kleine Seehunde unter einem Wasserfall, der ungefähr 500m entfernt vom Meer an einem Flusslauf lag. Die Seehundbabys konnten dort in Sicherheit vor der gefährlichen Brandung aufwachsen und gingen ein bis zwei Mal am Tag runter zu ihren Müttern um sich frische Milch zu holen. So viel Niedlichkeit auf einmal war echt schwer zu verkraften! Nach den Seehunden ging s auch schon wieder weiter nach Picton um die Fähre auf die Nordinsel zu erwischen, denn unsere Nacht verbrachten wir in Wellington, der Hauptstadt. Hierzu habt ihr ja schon genug im letzten Blog zu erfahren.

Von Wellington fuhren wir am nächsten Tag weiter zur letzten Übernachtung auf unserer Reise, zum Lake Taupo, dem größten See Neuseelands. Hier haben einige mutige noch Bungy- oder Fallschirmsprünge eingelegt. Wir beließen es bei einer gemütlichen Kanufahrt auf dem See, war auch günstiger. Letztes Highlight, waren die Huka Falls, die den Beginn des Waikato River, dem längsten Fluss Neuseelands, einläuten. Durch diese Wasserfälle plätschern pro Sekunden 5 olympische Schwimmbecken. Ein lautes und beeindruckendes Spektakel zum Abschluss unserer Reise, denn direkt im Anschluss, ging es auch schon zurück nach Auckland.

Erschöpft und müde, aber auch glücklich die Möglichkeit gehabt zu haben, so viel Neues zu entdecken, trafen wir am späten Sonntagabend, nach zwei tollen Wochen in Auckland ein! Unsere Schülertruppe hat uns bei Laune gehalten, keiner musste eher nach Hause geschickt werden und gestorben ist auch keiner, alles in allem ein überragendes Abenteuer!

26.5.14 07:20

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